BEWÄSSERUNG

… so kennen wir es alle …

… aber – es geht auch anders …

Ohne Wasser geht gar nichts –

das gilt nicht nur für unsere Rosen!

Es ist das wichtigste Lebensmittel für fast alle organischen Lebewesen. Solange noch genug davon bezahlbar ist und in guter Qualität aus der Leitung fließt und mit dem Schlauch großzügig und gedankenlos verspritzt werden konnte, war es kein Thema.
Und das geht meistens so:

Alles Gute kommt von oben ?!

Die Pflanzen werden angefeuchtet und durch das kalte Naß geschockt. Der Staub ist gelöscht, und der Boden sieht oberflächlich schön dunkel aus – f e r t i g ?! Nun hat der Rosenfreund (?) viel Zeit für die Selbstversorgung mit s e i n e m Lebenselixier. Seine Rosen hat er ‘geduscht’ – e r wird nicht bloß d u s c h e n ! Er und sie und ich werden t r i n k e n , richtig trinkeN! Lauter schöne Sachen auf der Basis von Wasser.

… und die armen Rosen ???
So mancher Garten aber muß sich mit Duschen begnügen, wo nachhaltiges Wässern nötig wäre. Wässern beginnt aber erst effektiv zu werden, wenn das Wasser die Wurzelspitzen erreicht. Diese befinden sich in 20 bis 60 cm Tiefe. Sehr alte Wildrosen sollen schon 2,40 m erreicht haben.

Bei völliger Trockenheit, die von Rosen ohne frische Triebe und Blüten einige Tage lang ohne bleibenden Schaden überstanden werden kann, besteht die Rettung in mindestens 30 Litern Wasser pro qm (gaaanz langsam gießen!) ,was nach ein paar Tagen wiederholt wird. Das wird aber nur dann reichen, wenn ohne Sonneneinstrahlung gegossen, und der Boden am nächsten Tage oberflächlich gelockert wird, um Verdunstungsverluste zu vermeiden. Was beim Wässern a u f das Laub gerät, oder darunter verdunstet, fördert Pilzkrankheiten.

Wie kommt zugeführtes Wasser v e r l u s t f r e i an die Wurzeln? Eigentlich nur u n t e r i r d i s c h .
Es gibt den flachen Lochschlauch, den man (mit den Spritzlöchern nach unten!) in die Beete legt. Elegant und teuer ist der sog. ‘Schwitzschlauch’, der das Wasser durch seine poröse Wand tropfenweise abgibt. Da ist die oberirdische Verdunstung noch größer. Eingegraben jedoch verschlämmt er aufgrund seiner Beschaffenheit total. Die Tröpfchenbewässerung ist oberirdisch auch nicht ideal (Verdunstung/Kleinklima/Verschlämmung).

Die Alternative

Um eine unterirdische Dauerversorgung mit Wasser bei der Neuanlage von Rosen- und Stauden-Beeten vorzubereiten, eignen sich Dränage-Rohre auf besondere Weise. Hierbei handelt es sich um gelochte, gelbe elastische Ziehharmonika-Rohre aus Kunststoff -Querschnitt 8 oder 10 cm, die eigentlich zum Entwässern tief in der Erde gedacht sind. Aber: Andersrum geht’s auch ! Wir werden damit Bewässern!
Sind die Rohre sorgfältig in 30 bis 40 cm Tiefe waagerecht verlegt (ohne Gefälle), dann verteilt sich reichlich eingebrachtes Wasser auf ganzer Länge (auch im Kreise oder im Bogen). Die um das Rohr herum sorgfältig eingespülte / festgestampfte Erde nimmt es auf, und es sickert nach allen Seiten und, wie in einem Docht, auch nach oben (aufwärts!) Bei feinsandigen Böden kann eine Rohrhülle aus Filtervlies vorteilhaft sein. Diese Drainage-Rohre, Filtervlies-Schlauch, Winkel- und T-Stücke für Wasserzulauf bzw. Fließkontrolle, gibt es preiswert im Baumarkt.

Zu beachten ist nur, daß das Rohr nicht hohl liegt. D.h., die Erde muß um das ganze Rohr herum eingespült / festgestampft werden, damit das austretende Wasser vom Boden rundherum gut aufgenommen werden kann. Gefälle hat sich nicht bewährt, weil dann das Wasser zu schnell ans Ende Rohres fließt. Dort, wo das Gelände Gefälle hat, müssen sog. ‘Schleusen’ eingebaut werden, die man aus 2 gelochten Rohrdeckeln selber zusammenklebt.

Fast alle Böden haben eine hohe Speicherfähigkeit – sandiger Untergrund z. Bsp. kann viele Kubikmeter Wasser aufnehmen und durch die Kapillarität wie bei einem Docht wieder nach oben abgeben, wenn die Zufuhr von dort aufhört (Regenmangel). Wenn die Oberfläche des Beetes schön gelockert ist (Kapillarität unterbrochen), dann verdunstet nicht ein einziger Tropfen aus dem Boden ! Das ganze kostbare Wasser steht den Wurzeln der Pflanze zur Verfügung, ohne daß es wie aus einer Zisterne, heraufgepumpt werden muß. Es steigt ja ‘von alleine’ auf!

Leitungswasser ist teuer und in seiner Qualität und Reinheit für den Garten eigentlich viel zu wertvoll.
Dazu kommt, daß die gleiche Menge Leitungswasser noch einmal als Abwasser berechnet wird, obwohl beim Wässern im Garten gar kein Abwasser anfällt. Deshalb sollten die großen Mengen Regenwasser von Haus-, Garagen- und Carport-Dächern über die ggf. vorhandene Regentonne hinaus durch einen Überlaufschlauch in die unterirdischen Bewässerungsrohre fließen und, im Boden unter den Beeten gespeichert, den Gartenpflanzen zur Verfügung stehen.