… SOMMER:

Viel Freude und ein wenig Beschäftigung …

Auch der Sommer im Rosenjahr ist nicht abhängig vom Kalender, sondern vom Klima. Und dennoch gibt es ein Jahrhunderte altes Klima-Phänomen,
das sich nach dem Kalender zu richten scheint. Das sind die volkstümlich sog. Drei Eisheiligen (Mamertus, Pankratius, Servatius), mit denen der 11., 12. und 13. Mai bezeichnet werden – der 15. Mai heißt: Die kalte Sophie. In diesem Zeitraum gibt es in unseren Breiten die letzten Nachtfröste, die nicht nur an Rosentrieben, sondern auch in der Obstblüte und im Weinbau verheerende Schäden anrichten können. Wenn diese bösartigen Herrschaften vorbei sind, beginnt m.E. der SOMMER.

Jetzt untersuche ich zum letzten Male die Rosensträucher auf Frostschäden. Wenn ich zu nahe am obersten Auge geschnitten habe, können Spätfröste dieses Auge derart ,geschädigt haben, daß es nicht ausschlägt. Aber, das nächste Auge darunter wird austreiben, und deshalb werden solche Stellen und andere ‘Stummel’ nachgeschnippelt. Ich achte besonders auf die Kletterrosen, die an einer sonnigen Südwand wachsen. Trotz Schutz mit Sackleinwand kann schon mal ein Langtrieb sehr spät noch Frostschaden erleiden. Solche Triebe können die ‘geplanten’ Blüten nicht hervorbringen bzw. nicht ausreichend ernähren und sollten im Frühsommer entfernt werden.
Auch das evtl. versäumte Anbinden kann noch nachgeholt werden.

Ab sofort achte ich auch auf Wildtriebe aus dem Wurzelbereich, die in der Erde – von der Pflanze weg – abgerissen werden. Die Knospen der Wildtriebe an den Rosen-Stämmen (Stammrosen) werden mit zwei Fingernägeln oder mit der BONSAI-Knospenzange herausgekniffen.

Auf der Seite Rosenschutz beschreibe ich ausführlich, wie ich im Bedarfsfalle mit Nützlingen und Schädlingen umgehe. Die Vogelbrut, die es jetzt zu ernähren gilt, hat Vorrang. Wenn die Vogeleltern die Insekten-Population nicht in Schach halten können, streife ich z.Bsp. die Blattlaustrauben mit drei Fingern nach oben ab. Im Notfalle wird mit einem Mittel gespritzt, dessen Wirkstoff reines Rapsöl ist, das Sie auch für Ihre Mahlzeiten verwenden – ergänzt durch 2% Pyrethrum aus Chrysanthemen. Auch die Pilzbekämpfung muß jetzt bedacht werden (Sternrußtau – Mehltau – Rosenrost u.a.),
beides beschrieben auf der Seite ROSENSCHUTZ .

Bitte lassen Sie sich nicht durch Panikmache (‘Spritzen = Gift’ usw.) verängstigen oder durch unsachliche Berichterstattung von der Pflege und Aufzucht Ihrer Rosen abhalten!

Im Februar / März wurde der Boden um die Rosenpflanze herum ca. 20 cm tief mit der ‘Klaue’ oder der Rosengabel aufgelockert. Der Regen hat den Dünger aufgelöst und an die Wurzelspitzen gebracht. Die Mineralien stehen den Rosen jetzt zur Verfügung. Um Verdunstung zu vermeiden muß jetzt möglichst nach jedem Regenzeitraum und nach dem Bewässern die Erdoberfläche mit der kleinen Kralle aufgelockert werden.
Feuchter Dunst unter den Rosenblättern fördert Pilzbefall !! Wie er zu vermeiden ist, finden Sie auf der Seite Bewässerung . Das Mulchen bringt nach meiner Erfahrung mehr Schaden als Nutzen für die Rosen – es sei denn, man verwendet LAVAKIES. DER ist biologisch neutral!

Eine Sommerdüngung Ihrer Rosen ist nur dann erforderlich, wenn Sie glauben, daß Sie im Frühjahr nicht genügend Dünger ausgebracht haben.
Eine solche Nachdüngung hat den Nachteil, daß die Düngesalze wegen fehlendem Regen nicht aufgelöst, und deshalb nicht mehr rechtzeitig wurzelverfügbar werden. Werden sie mit dem Herbstregen aufgelöst, dann treiben die Rosen zu spät noch einmal aus. Diese Triebe werden nicht ausreifen und mit dem ersten Frost erfrieren. Genaueres lesen Sie bitte auf der Seite Düngung nach.

Bitte, vergessen Sie nicht den Sommerschnitt! Es genügt nicht, ab und zu mal ein paar Rosen für die Vase abzuschneiden. Der Zweig, an dem eine Blüte oder ein Blütenbüschel abgeschnitten wurde oder ausblühen durfte, soll 1 cm über dem übernächsten Blattansatz abgeschnitten werden. In dieser Blattachsel befindet sich schon die fertige Knospe für den neuen Blütenzweig. Einmalblühende Rosen werden nach dem Verblühen gründlich zurückgeschnitten. Auf der Seite Rosenschnitt finden Sie Hinweise für die Schnittpflege der Rosen.

Die Begleitstauden in Ihrer Rosenanlage wachsen oft schneller als Ihre Rosensträucher.Wenn es für die Rosen zu eng wird, werden sie wegen Licht- und Luftmangel magere Hungertriebe ohne Blüten dem Licht entgegenstrecken – ein erbärmlicher Anblick! Bitte entscheiden Sie sich entweder für den Rosenstrauch oder für die Begleitstaude.

Jede Rosenanlage gedeiht unter anderen Bedingungen. Deshalb können nur wenige allgemeingültige Ratschläge erteilt werden. Manche Tipps sind nur an Ort und Stelle möglich.

Einen Tipp habe ich noch: Eine Welt voller Rosen erwartet Sie!
Auch wenn es in Ihrem eigenen Garten sowieso am schönsten ist! Besuchen Sie Rosenfreunde und ihre Rosen. Erfahrungsaustausch hilft Ihnen,
eigene schlechte Erfahrungen zu vermeiden. Besuchen Sie z. Bsp. folgende Rosenanlagen: das ROSARIUM UETERSEN, das EUROPA-ROSARIUM in Sangerhausen, das DEUTSCHE ROSARIUM GRF im Westfalenpark in Dortmund, den Rosengarten in Dresden usw.-
um nur die wichtigsten zu nennen…..